Bela Alexander
Aus Deutsche Sternenflotte - Das Startrek Rollenspiel
Mediziner
Adler, Alfred
Ahrens, Philipp
Alexander, Bela
Abu Zakariya al-Razi
Alzheimer, Alois
Apgar, Virginia
Lebensdaten
- geboren am 30. Mai 1857 in Késmárk (Oberungarn, Zipser Komitat-Tátra)
- gestorben am 15. oder 16. Januar 1916 in Budapest
Leben
Bela Alexander war Sohn des Stadthauptmannes von Késmárk geboren und immatrikulierte sich 1876, nach dem Besuch einer erweiterten Volksschule, an der Universität von Budapest, um dort Medizin zu studieren. Da Alexander aus recht ärmlichen Verhältnissen kam, versuchte er das Studium durch Nachhilfestunden und gelegentliche Arbeiten zu finanzieren, die wenige freie Zeit, die ihm dadurch blieb, verbrachte er zumeist im Seziersaal der medizinischen Fakultät. In den Jahren 1878 und 1879 erhielt er Stipendien der Universität, 1881 wurde er zweiter Anatomieassistent und noch im selben Jahr, gelang es ihm sein Studium erfolgreich zu beenden. In den Jahren 1881/1882 war er erster Assistent am anatomischen Institut der Universität, im Spätherbst 1882 verließ er Budapest und kehrte auf Wunsch seines Vaters nach Késmárk.
Zurück in seiner Heimatstadt schien seine wissenschaftliche Laufbahn bereits nach kurzer Zeit beendet. Alexander eröffnete die erste allgemeinmedizinische Praxis der Stadt und entsprechend voll waren seine Sprechstunde, seine Kenntnisse sprachen sich recht schnell herum, sodass er reichlich mit seiner Praxis zu tun hatte. Trotz der recht provinziellen Umstände in Késmárk blieb Alexander immer auf der Höhe der Zeit und als Mitglied des Gemeinderates war es ihm gelungen, den Bau eines kleinen Krankenhauses zu finanzieren.
Nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Conrad Wilhelm Röntgen am 8. November 1895 widmete sich Alexander der diagnostischen und therapeutischen Nutzung dieser neuen Strahlen. Mit Hilfe eines befreundeten Physikers aus Budapest organisierte er sich eines der neuen Strahlengeräte und begann mit seinen Feldversuchen. Die X- Strahlen boten eine hervorragende Möglichkeit Alexanders anatomische Studien voran zutreiben und in seiner Praxis konnte er die Anwendbarkeit und die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten austesten. Die praxisorientierten Forschungen wurden sehr schnell publik, 1907 ging auf Wunsch des ungarischen Unterrichtsministeriums nach Budapest und wurde der erste Röntgen-Anatom Europas. Er wurde Leiter des von ihm aufgebauten und 1914 fertig gestellten Universal-Zentral-Röntgeninstituts, dem ersten staatlichen Röntgeninstitut Ungarns. 1909 erhielt Bela Alexander seine Venia Legendi und wurde Privatdozent an der Universität von Budapest und im Jahr der Fertigstellung seines Instituts wurde er zum außerordentlichen Professor der medizinischen Fakultät ernannt, im selben Jahr initiierte er die Gründung der ungarischen Röntgengesellschaft.
Obwohl sich Bela Alexander über die schädigende Wirkung der Röntgenstrahlen bewusst benutzte erst zum Ende hin Schutzhandschuhe, weitere Sicherheitsmaßnahmen, wie Bleischürzen oder Schutzbrillen lehnte er stets ab. Bereits nach kurzer Zeit bildeten sich an seinen Hände Geschwüre und Abszesse an seinen Händen und 1913 war er schon so schwer erkrankt, dass er sich von seinen Assistenten in sein Labor tragen lassen musste. Man nimmt heute stark an, dass Bela Alexander ebenfalls an den Folgen der Strahlung, mit nur 58 Jahren gestorben ist.
Alexander und die X-Strahlen
In der Zeit als Bela Alexander begann mit den X- oder Röntgenstrahlen zu experimentieren, war die Technik noch nicht sonderlich ausgeprägt, es gab noch nicht einmal geeignete Trägermedien für die Aufnahmen. Der Apparat, den Alexander benutzte bestand aus einem kleinen Induktor zur Erzeugung der Hochspannung, einigen Gasentladungsröhren (spezielle Röntgenröhren gab es noch nicht), einem Fluoreszenzschirm mit Bariumplatinzyanür zur Betrachtung der Strahlenwirkung und Akkumulatoren als Betriebsspannungsquelle. Allerdings waren die ersten Ergebnisse so überzeugend, dass er bereits nach kurzer Zeit seine Entdeckungen veröffentlichte. In seinen kleinem Labor entwickelte er kleine Glasplatten und Celluloid-Filmplatten, die er als Trägermedien für die Aufnahmen verwendete (richtige Röntgenfilme als Medium gab es erst ab 1916). Mithilfe der Röntgenstrahlen gelang es ihm seine anatomischen Studien zu vervollständigen, so gelang es ihm auch, och unbekannte Knochenstrukturen im Bereich des weiblichen Beckens zu entdecken. Des weiteren nutzte er die Strahlen zur Lokalisation von Fremdkörpern und zur Diagnostik von Brüchen. Bekannt wurde der ungarische Röntgenologe aber vor allem wegen seiner naturgetreuen plastischen Röntgenbilder, diese entstanden, als Alexander die Fotoplatten mit einem zuvor angefertigten Dia-Negativ verband.
Bedeutende Werke und Publikationen
- Der Röntgenapparat vom elektrischen Funken bis zu den X-Strahlen (1898)
- In welcher Weise zeichnen die X-Strahlen? (1898)
- Über die Demonstrationsfähigkeit der X-Strahlen (1898)
- Die Entwicklung des Knochengewebes (1901)
- Über die Entwicklung der Hand (1901)
- Über die Entwicklung des Knochenskelettes (1904
- Die Entwicklung der knöchernen Wirbelsäule (1906)
- Fehler und Täuschungen (1912)
- Die Untersuchung der Nieren und Harnwege mit X-Strahl (1912)
Quellen
Die großen Ärzte. Geschichte der Medizin in Lebensbildern
Medizin Geschichte Band 1
Roche Lexikon der Medizin
Datenbank:
Anatomie |
Fachgebiete | Krankheiten |
Medikamente |
Mediziner |
Medizinische Geräte
Projekte:
A.E.O.N.
Tutorials
Zurück zum Portal


